Kompromisse, Kompromisse

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Ich bin es leid, Abstriche zu machen. Von meinem Punkt abzurücken. In meinen Entscheidungen von gewissen Dingen abhängig zu sein, oder zumindest von ihnen beeinflusst zu werden. Ich möchte Entscheidungen ganz schnell treffen. Weil ich weiß, was ich will. Mich für eine Sache aussprechen. Und zwar einfach nur weil mir etwas gefällt. Nicht, weil ich ewig in meinem Kopf das Für und Wider abgewogen habe. Und auch nicht mit etwaigen Änderungen. Was mich daran so ärgert, ist die Tatsache, dass ich selbst es bin, die sich Kompromisse diktiert. Und obwohl diese mir das Leben doch einfacher machen sollen, beschneiden sie mich in meiner Freiheit. Die Freiheit, genau das zu tun, was man möchte.

Wie oft stehe ich vor meinem Schrank und streiche in meinem Kopf dutzende mögliche Outfits aus den verschiedensten Gründen. Gut, eine ungefähre Orientierung am Wetter werde ich gelten lassen. Aber was ist mit den verbleibenden Dingen? Mein Hauptkriterium ist gerade die Frage, ob ich mit dem jeweiligen Outfit stillen kann. Deswegen habe ich in letzter Zeit sämtliche Teile mit zu hochgeschlossenen Ausschnitt verbannt. Das ist praktisch und gibt mir Sicherheit. Aber es macht mich auch traurig, Dinge kategorisch abzulehnen. Mich selbst um Möglichkeiten zu berauben. Wie gern möchte ich meinen Kopf endlich mal wieder mir selbst gegenüber durchsetzen. Ganz naiv und unbekümmert. Ganz selbstverständlich. Ganz ich.

Oder ist es am Ende gar nicht so schlimm, Kompromisse einzugehen? Nicht genau das zu bekommen, was man eigentlich will. Der Schütze in mir möchte seine Vorstellungen unbedingt perfekt umsetzen. Das Ideal verwirklichen.

Aber wie perfekt ist etwas, das man vom Anfang des Planes strikt umsetzt, ohne nach links und rechts zu schauen? Ist es nicht besser, Lebensumstände zu berücksichtigen? Vielleicht macht deren Einbindung das Unterfangen ja auch erst so richtig gut. Das macht wahrscheinlich einen Lebenskünstler aus. Seine Ziele verfolgen, aber dabei auch berücksichtigen, was auf dem Weg liegt. Dankbar sein für das, was da ist, und daraus das beste machen, was man kann. Das erschaffen, was am nächsten an den Wunsch rankommt. Das kann mal vollkommen der eigenen Vorstellung entsprechen. Und ein anderes Mal kann es voller Zugeständnisse sein. Und vielleicht entpuppt sich das dann als das wahrhaftige Glück. Wissen, wann Kompromisse gut sind.

Und was ist jetzt mit meinem Outfit? Ich glaube dann und wann werde ich mich zu einem Kompromiss verleiten lassen. Werde ein eher tief ausgeschnittenes Oberteil anziehen, um einfacher stillen zu können. Werde weder Rock noch Kleid anziehen, weil ich Fahrrad fahre. Und keine hohen Schuhe wählen, weil ich es bequem haben möchte. Vielleicht entdecke ich dadurch neue Stile, die mir auch gefallen. Vielleicht überlege ich mir aufgrund dessen eine neue Kombination für meine Lieblingsjeans. Möglicherweise kaufe ich mir auch nur ein neues paar Sneakers. Ist ja auch ziemlich anstrengend, seinen eigenen Ansprüchen immer völlig gerecht zu werden. Aber ich werde auch darauf achten, Entscheidungen mal kompromisslos zu treffen. Dickköpfig sein und einfach mal genau das machen, was man will. Ohne Überlegung, ob es einen Weg gebe, der eventuell klüger wäre. Ich schließe gewissermaßen einen Kompromiss.

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Top: H&M // Hose: Takko // Schuhe: Fila

Fotos: Evelyn Schade

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3 Gedanken zu “Kompromisse, Kompromisse

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