Alt gegen neu

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Alles wegschmeißen, aussortieren. Endlich mal Luft schaffen. Und mal durchatmen. Wie in dem Song von Peter Fox, alles Alte einfach weg. Ich liebe solch radikale Sachen. Befreiungsschläge. Die Bombe platzen lassen und allen einschließlich mir selbst zeigen, dass man schlagartig alles ändern kann. Endlich etwas Neues. All das verbinde ich mit Klamotten aussortieren.

Nein, stopp! Was mache ich da nur? Die Vielfalt ist ein Glück. Das macht mich reich. Gibt mir Möglichkeiten. Lässt Platz für Kreativität. Erst damit kann ich doch die tollsten Dinge erschaffen. Und immer wieder verblüffen mit dem ein oder anderen Teil, das seit Jahren kein Tageslicht mehr gesehen hat und mir nun unverhofft entgegenfällt und auch gefällt.

Ich schwanke ständig, ob ich nun Sammler oder Purist sein soll. Ich bin mir noch nicht sicher, was besser zu meinem Lebensstil passt, womit ich mich besser fühle. Meistens, wenn ich wieder einen innerlichen Kampf habe, entscheide ich mich provisorisch erst mal für den Sammler, zur Sicherheit. Aber ich hatte auch schon Tage, an denen ich ganze Berge aussortiert habe, wobei ich mich wirklich gut gefühlt habe und sicher war, dass ich mich nun für immer auf weniger, und dafür ausgewählte Teile beschränken werde. Bis die Hälfte der ausrangierten Sachen ihren Weg wieder zurück in meinen Kleiderschrank fand und mich unschlüssiger denn je zurückließ.

Und wieder einmal stehe ich vor der Frage, ob ich rigoros sein, oder die Dinge bedacht angehen soll. Alt oder neu? Manches gefällt mir eben nicht mehr. Brauche ich nicht mehr. Oder ziehe ich eh nie an. Man kann nicht alles aufheben, muss sich schließlich auch mal trennen. Das würde mich frei machen, schon der Gedanke daran ist aufregend.

Andererseits denke ich mir immer, dass man manche Dinge vielleicht noch einmal neu kombinieren kann. Man kann nicht ständig seinen gesamten Kleiderschrank austauschen. Auch das neue wird wieder alt. Zudem hängen an Kleidern auch Erinnerungen. Das eine Oberteil hatte ich im Urlaub an der Ostsee gekauft. Und die Jacke führt mir mein Leben vor ein paar Jahren vor. Dadurch sieht man, dass man sich verändert. Und manchmal fällt es schwer, die letzte Erinnerung an vergangene Zeiten gehen zu lassen. Von manchen Stücken denke ich auch, dass sie einfach zu mir gehören. Mich ausmachen.

Generell glaube ich, es ist oftmals gut, sich von Dingen zu trennen. Vor allem, wenn man schon mit dem Gedanken spielt. Ich liebe die Veränderung. Ich glaube jeder braucht sie. Nur oftmals haben wir zu sehr Angst davor, das zu verlieren, was wir im Moment haben. Auch, wenn wir den Sachen eigentlich schon längst entwachsen sind. Manchmal ist das nur ein Stück, und manchmal die ganze Kommode. Ich werde jetzt in meinen Schrank schauen und genau abwägen, was wirklich noch zu mir passt und woran ich mich lediglich festklammere. Werde manche alten Teile in meinen jetzigen Stil integrieren. Und andere werde ich aussortieren. Das bringt neue Impulse. Frische. Macht Lust auf Leben. Nur manchmal hat eben noch der letzte Ruck gefehlt.

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Tipps zum Aussortieren:

  1. Zeit nehmen! Am besten den Nachmittag/ Abend frei halten und sich ganz der Sache widmen
  2. Musik, die einem ein gutes Gefühl gibt erinnert daran, was man will
  3. Was sollte weg? Sachen, die nicht mehr passen, verschlissen sind, die einem beim besten Willen nicht stehen (ehrlich sein!), die einem einfach nicht mehr gefallen
  4. Enge Freunde oder Familie mitmachen lassen und fragen, wenn man bei manchem unsicher ist (vielleicht finden manche Sachen dann noch einen neuen Besitzer)
  5. Wirklich schwere Fälle einmotten, aber unbedingt erst mal raus aus dem Schrank (z.B. wenn das Lieblingskleid zur Zeit nicht so gut sitzt, weil man etwas zugenommen hat)
  6. Aussortierte Sachen, wenn sie in einem guten Zustand sind, verkaufen oder in die Altkleidersammlung geben macht die Trennung leichter

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Fotos: Nadine Hanke

Oberteil: H&M // Jeans: C&A // Schuhe: Deichmann // Armband: Takko

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