Mein perfektes Ich

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Wieso ist es nur so schwer, sich selbst zu verwirklichen? Das in die Realität holen, was man sich unter dem idealen Selbst vorstellt?

Sobald ich mich beschreiben soll, weiß ich genau, welche Eigenschaften ich nenne. Ich weiß genau, welche Antworten ich in dem Selbsttest in der Zeitschrift ankreuze. Und meinen Stil kenne ich sehr gut. Aber entsprechen die inzwischen blind angegebenen Charakteristika wirklich der Realität? Oder bin ich gar nicht so, wie ich es mir wunschgemäß ausmale?

Manchmal fällt mir auf, dass ich in einer Situation, wenn ich sie mir wirklich bildlich vorstelle, gar nicht so reagieren würde, wie ich es vorerst behauptet habe. Ich mag nicht immer der erste sein, der in einer Diskussionsrunde seine Meinung sagt. Auch, wenn ich mich als mutig bezeichnen würde. An manchen Tagen fällt es mir schwer, der Arbeit nachzugehen und ich möchte nur rumlungern und Kekse essen. Obwohl ich von mir selbst denke, dass ich sehr diszipliniert bin. Genauso traue ich mich nicht immer genau das anzuziehen, was ich möchte, aus Angst, zu sehr aufzufallen. Obwohl ich, wenn man mich fragte, sagen würde, dass es mich nicht kümmert, was andere denken.

Woraus ergibt sich denn nun die Differenz zwischen Vorstellung und Realität? Oder, noch wichtiger, wieso bin ich nicht ehrlich zu mir selbst? Man kann es doch einfach machen. Einfach anfangen. Daran arbeiten. Sich immer weiter verbessern. Der Vorstellung immer näher kommen. Aber woher kommt die Vorstellung überhaupt, wenn sie doch (noch) nicht der Realität entspricht? Ich glaube, es ist der Wunsch in uns. Die bestmögliche Person von einem selbst. So etwas, wie ein persönliches Idol. Ein Leitbild, das mir vor Augen hält, wo ich hin möchte. Und da möchte ich mir einfach nicht eingestehen, dass ich nicht immer so bin. 

Manchmal vergisst man, dass man Ziele hat. Man vergisst einfach, dass man Wünsche hat. Dass man sie erfüllen kann. Damit meine ich nicht nur Ziele, wie einen bestimmten Job oder ein Haus. Ich meine das Bild, das man mal von sich selbst hatte. Man vergisst sich selbst. Einfach weil der Tag so schnell rumgeht. Und dann wundere ich mich wieder, warum ich nicht so ein Outfit trage, wie ich es mir aus der Zeitschrift ausgeschnitten hatte. Aber der Tag hat mich einfach in eine andere Richtung gelenkt. Und manchmal ist es eben nötig, dass man dem entgegensteuert. Dass man das macht, was einem näher zu sich selbst bringt. Auch wenn das nicht der bequemste Weg ist. Und dann ziehe ich eben mein neues Kleid an. Und wenn das Baby mit Brei um sich wirft, dann ziehe ich eben etwas anderes an.

Ich höre nicht auf damit, mich selbst als mein Wunschbild zu definieren. Werde weiterhin überprüfen, wo ich stehe. In meinem persönlichen Vergleich zwischen mir und meinem Wunsch. Und das macht Spaß. Es freut mich, wenn ich zurückdenke und sehe, wie weit ich schon gekommen bin. Und genau so ist es aufregend, mir vorzustellen, was ich noch sein kann. Ich kann sein, was auch immer ich mir vorstellen kann. Sogar ich selbst.

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Fotos: Nadine Hanke

Top: TK Maxx // Rock: H&M // Schuhe: Deichmann // Uhr: Kate Spade New York

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